SÜDKURIER dreimal in der ersten Reihe

  • Autoren erhalten Journalistenpreise für herausragende Beiträge – Feierliche Übergaben in Berlin, Stuttgart und Jüchen
  • Prämierte Beiträge im Internet: www.suedkurier.de/preis

Auch Regionalzeitungen können renommierte Auszeichnungen für Qualitätsjournalismus erringen. Das beweist der SÜDKURIER. Bei drei Wettbewerben konnten seine Autoren glänzen. Ausgezeichnet wurde eine Serie zur Öko-Energie, eine Glosse im Politikteil der Zeitung und eine Serie in der Ausgabe Friedrichshafen zum Thema Ehrenamt.

Journalistenpreis "unendlich viel energie" für SÜDKURIER-Serie "Energie der Zukunft"

Alexander Michel bei der Preisverleihung„Der Strom kommt aus der Mühle“, hieß der erste Beitrag zur SÜDKURIER-Serie zur Energie der Zukunft, der das Projekt von Bonndorfer Ökostrom-Erzeugern vorstellte. Das war das Grundmuster aller Beiträge der Serie: Anhand eines konkreten Beispiels im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung beschreiben, wie grüne Energie entsteht – sei es mit dem Windrad, mit Wasser im Schwarzwald, mit Solardächern und Biogas-Anlagen auf der Baar, mit der Geothermie in Radolfzell oder mit einer Brennstoffzelle in Friedrichshafen.

Die Jury des Preises „Unendlich viel Energie“, die 200 eingereichte Beiträge bewerten musste, hat das Konzept überzeugt: „Fundiert recherchiert und faktenreich vermittelt die Reihe wesentliche Technologien aus dem Bereich erneuerbare Energien. Regionale Beispiele und anschauliche Infografiken machen die abstrakte Technik erfahrbar und konkret.“ Das hat dem SÜDKURIER die Einladung zur Preisverleihung in Berlin eingebracht.

In der neuen Residenz der Dresdner Bank am Pariser Platz vis à vis vom Brandenburger Tor kamen zu diesem Ereignis rund 150 geladene Gäste und drei TV-Kameras des Doku-Kanals Phoenix. Spitzen-Promi war Klaus Töpfer, einst CDU-Umweltminister unter Helmut Kohl und später Leiter des Uno-Umweltprogramms. Hinter dem Rednerpult erinnert Töpfer daran, dass es in zwei Monaten in Kopenhagen klimapolitisch zur Sache geht. Und er macht klar, dass es bei der Kyoto-Folgekonferenz keine Zeit zu vertrödeln gibt. „Einen jahrelangen Ratifizierungs-Prozess wie bei Kyoto können wir uns nicht mehr leisten“, sagt der Umweltpolitiker.

Zu den weiteren Preisträgern gehören der Südwestrundfunk, der Hessische Rundfunk, der TV-Sender 3sat und das Magazin „ZEIT-Wissen“.

Die Autoren der Energie-Serie:

Alexander Michel (45): Er ist Mitglied der Politikredaktion des SÜDKURIER und dort auch für Umweltpolitik zuständig. Michel entwarf das Konzept der Serie und stellte das Autoren-Team zusammen. Aus seiner Feder sind drei Beiträge: Ein Überblick aller derzeit genutzten Energieformen von der Kohle bis zur Biomasse, ein Beitrag über Solartechnik auf der Baar und ein Text über die große Brennstoffzelle der MTU in Friedrichshafen.

Beate Schierle (42): Die Redakteurin ist für die Seite „Tipps und Trends“ des SÜDKURIER zuständig. In der Energie-Serie war sie für den Beitrag über die Windkraft verantwortlich. Dazu besuchte sie Bürger in Bonndorf im Schwarzwald, die zusammen zwei Windrotoren betreiben. Inzwischen hat sich die „Bürgermühle“ zu einem Vorzeigeprojekt des Ökostroms „von unten“ entwickelt, wobei finanzieller Gewinn aber keine besondere Rolle spielt.

Davor Cvrlje (47): Der Politikredakteur schreibt im allgemeinen über Gesundheit und Renten, hat sich aber für die Energie-Serie ins Thema Biogas eingearbeitet. Cvrlje beschreibt in seinem Beitrag, warum sich zwei Landwirte auf der Baar für den Bau von Biogasanlagen entschieden haben. Für sie hat sich die Investition finanziell gelohnt, und auch die deutschen Hersteller können sich freuen: Ihre Technik ist europaweit gefragt.

Heike Schmieder (29): Die SÜDKURIER-Redakteurin zeigt in ihrem Beitrag, dass es zur Nutzung der Wasserkraft im Südwesten keinesfalls nur große Kraftwerke wie das in Laufenburg braucht. Schmieder besuchte den Erbauer einer Wasserkraftschnecke bei Freiburg, der mit der Kraft der Dreisam 120 Haushalte mit Strom versorgen kann. In etwa 15 Jahren will er seine Investition durch den Ökostrom-Verkauf wieder hereingeholt haben.

Nils Köhler (52): Er ist in erster Linie für die Baden-Württemberg-Seiten des SÜDKURIER zuständig und befasst sich auch mit den Plänen für ein atomares Endlager im Schweizer Benken. Was dagegen die umweltfreundliche Geothermie vermag, hat Köhler am Beispiel des alten Wasserturms am Radolfzeller Milchwerk beschrieben. Dieser wird in Eigenregie zu einem Null-Energie- Hochhaus umgebaut, das ganz ohne den Verbrauch fossiler Brennstoffe auskommt.

Friedrichshafener Online-Redakteur Sebastian Pantel erhält den Schairer-Hauptpreis

Erst einmal ermutigt, holt Sebastian Pantel in diesem Jahr mit einer Glosse den Hauptpreis des Erich-Schairer-Preises. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury seinen Beitrag unter dem Titel „König Günther und die Blumen“, der am 10. Mai im Politikteil dieser Zeitung erschienen ist.

Im vergangenen Jahr war der 29-jährige Online-Redakteur mit einem Ermutigungspreis für seine hintersinnigen Betrachtungen von Autoaufklebern bedacht worden – gut 100 Texte waren damals eingereicht worden. Der Beitrag über die Aufkleber fand sich in der Lokalausgabe Friedrichshafen – und es war nicht der einzige, der bei der morgendlichen Zeitungslektüre bei den Lesern dieser Ausgabe des SÜDKURIER für Schmunzeln sorgte. Während der sechs Monate, die er im Rahmen seiner Ausbildung zum Redakteur in der Zeppelinstadt verbrachte, bildete sich eine kleine Fangemeinde, die die Betrachtungen von Sebastian Pantel unter der Rubrik „Zu guter Letzt“ offensichtlich mit großem Gewinn gelesen haben. Er selber hat Glossen für sich entdeckt, weil die Texte kurz sind und alle Themen deren Gegenstand sein können. Obendrein eignen sich Glossen auch für Sprachspielereien und müssen sich nicht der harten Faktensprache einer Nachricht beugen. Und mancher Schnörkel im Text trägt zu einem gerüttelt Maß an Lesespaß bei, was die Leserinnen und Leser dieser Zeitung schätzen.

Seinen mit 3000 Euro dotierten Preis wird Sebastian Pantel am 3. November in Stuttgart entgegennehmen. Ernst Elitz, Gründungsintendant des Deutschlandradios, wird in seiner Rede zur Preisverleihung unter dem Thema „Zukunft der Kommunikation“ auch die Rolle der Medien beleuchten. Als die Preise des jährlich ausgelobten Erich-Schairer- Preises im vergangenen Jahr übergeben wurden, sagte Heribert Prantel, Leiter des Innenpolitik- Ressorts der „Süddeutschen Zeitung“, in seiner Laudatio, dass es die Haltung sei, die die ausgezeichneten Journalisten von großen Vorbildern wie etwa dem Namensgeber des Preises lernen könnten. Eine Haltung wahren, das bedeute, für etwas einstehen und sich nicht verbiegen zu lassen. Im Gedenken an Erich Schairer, dem Herausgeber der „Sonntags-Zeitung“ und späteren Mitherausgeber der „Stuttgarter Zeitung“, wird der gleichnamige Preis für junge Journalisten in Baden-Württemberg ausgeschrieben. Der Preis soll dazu anregen, mit originellen und sprachlich reizvollen Texten die „Kleinen Formen“ zu pflegen.

Der Autor:

Sebastian Pantel, 29 Jahre alt, stammt aus Wuppertal am Rand des Ruhrgebietes. In Köln und Trondheim/Norwegen studierte er die durchaus exotische Fächerkombination Skandinavistik, Musikwissenschaft und Theater-, Filmund Fernsehwissenschaft. Im Januar 2007 kam er zum SÜDKURIER für ein Volontariat mit Stationen in Bonndorf, Friedrichshafen und Konstanz. Seit gut einem Jahr arbeitet er als Online-Redakteur für suedkurier.de in Friedrichshafen und betreut dort die Internetseiten der Regionen Bodenseekreis- Oberschwaben und Linzgau-Zollern- Alb. In der Zeitung schreibt er regelmäßig Texte für den Kulturteil. Privat konsumiert er mit Freude alles, was man im weitesten Sinne Kultur nennen könnte – seltsame Musik aus Norwegen genauso wie seltsame Bücher von Autoren, die keiner kennt.

Brigitte Geiselhart aus Friedrichshafen gewinnt Preis „Pro Ehrenamt“ für 45-teilige Serie

Die freie Mitarbeiterin der SÜDKURIER-Redaktion Friedrichshafen hat Menschen porträtiert, die in der Stadt ehrenamtlich Bemerkenswertes leisten. Für ihre 45-teilige Ehrenamtsserie hat sie den bundesweit ausgeschriebenen Journalistenpreis „Pro Ehrenamt“ gewonnen, ausgelobt vom Rhein-Kreis Neuss. Die Jury nennt die Serie „herausragend“ und vergab an Brigitte Geiselhart den einzigen Sonderpreis des Wettbewerbs in der Kategorie „Lokales“, dotiert mit 2000 Euro. 222 Beiträge waren insgesamt eingereicht worden. Menschen vorzustellen, die sich ohne finanzielle Interessen für andere einsetzen, ihre Arbeit würdigen, vielleicht auch den einen oder anderen Funken der Begeisterung für bürgerschaftliches Engagement wecken: Dieser Gedanke stand am Anfang. „Angelegt war die Serie auf zehn oder zwölf Teile“, erinnert sich Brigitte Geiselhart. „Aber schon bei Teil acht hat mich Regionalleiter Herbert Guth ermuntert, weiterzumachen.“

Die Serie entwickelte eine ungeahnte Eigendynamik. Leser kamen auf die Autorin zu und dankten ihr, wiesen sie auf weitere Menschen hin, die sich für eine gute Sache stark machen. Andere ließen sich anstecken und taten es jenen gleich, die ohne viel Aufhebens Hilfsbedürftigen zur Seite stehen. „Kaum zu glauben, welches Potenzial und welche faszinierende Bandbreite an freiwilliger Arbeit es in meiner Heimatstadt gibt“, sagt Brigitte Geiselhart, „auch diese Erkenntnis wollte ich vermitteln.“ Wer ahnt denn schon, dass in einem Stadtarchiv Bürger in ihrer Freizeit Nachlässe katalogisieren? In einem Zeitraum von zehn Monaten sind so 45 Artikel entstanden. „Im Laufe der Serie zeigte sich nicht zuletzt, dass bei den Ehrenamtlichen ein gesundes Maß an Selbstverwirklichung in diesem Zusammenhang nicht nur legitim, sondern sogar hilfreich sein kann“, bilanziert die Autorin. Anderen zu helfen ist fürs eigene Leben bereichernd. Aussagen wie „es macht mich glücklich“ oder „unbezahlte Arbeit ist nicht umsonst“ zeugen davon.

Brigitte Geiselhart weiß, wovon der Feuerwehrmann, der Schülerlotse, die Notfallnachsorgerin sprechen. Sie selbst kennt das gut. Seit acht Jahren ist sie ehrenamtlich im stationären Hospiz aktiv, jede Woche einen Vormittag. „Da relativieren sich die eigenen Sorgen.“ Den Sonderpreis „Pro Ehrenamt“ bekommt Brigitte Geiselhart am 6. November in den Festsälen des barocken Wasserschlosses Dyck in Jüchen überreicht. Ehrensache, dass sie den Preis persönlich entgegennehmen wird. An diesem Tag wollte sie zwar mit ihrem Mann für ein paar Tage nach Stockholm fliegen, aber das muss warten. Die Tickets sind schon umgebucht.

Die Autorin:

Die Lust am Formulieren entdeckte die gebürtige Häflerin, als sie in der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Kirchengemeinde ehrenamtlich tätig war. Seit 1996 arbeitet die gelernte Industriekauffrau, 45, als freie Mitarbeiterin für den SÜDKURIER – zunächst im Bereich „Kirche und Soziales“, später mit weiteren Schwerpunkten. Sie schreibt heute unter anderem auch für den Kulturteil, das Gesundheitsmagazin, den „Hausblick“, für die Reisebeilage, engagiert sich für das SÜDKURIERKlasse- Projekt und versucht, sich alle Lebensbereiche journalistisch offenzuhalten. Dort wo es „menschelt“, fühlt sie sich zuhause. 2007 wurde sie für ihre Serie „Arme reiche Stadt“ mit dem Journalistenpreis der Diakonie ausgezeichnet. In ihrer Freizeit singt sie im Chor oder schwingt sich aufs Fahrrad und lässt sich dabei liebend gerne von Mann und Tochter begleiten.