Sichere Jobs beim SÜDKURIER Medienhaus - trotz des Mindestlohns

  • Auch die Zeitungsbranche ist von der Einführung des Mindestlohns in Deutschland betroffen. Beim SÜDKURIER ist das oberste Ziel die Erhaltung der Arbeitsplätze. Das erklärt Rainer Wiesner, Geschäftsführer des SÜDKURIER Medienhauses, im Interview.

Der Mindestlohn pendelt in der Wahrnehmung der Menschen zwischen Fluch und Segen. In vielen Branchen steigt das Lohnniveau und damit die Verlässlichkeit auf eine Entlohnung von 8,50 Euro pro Stunde. Das ist erfreulich für Arbeitnehmer, stellt für Unternehmen in vielen Bereichen aber eine gewaltige Herausforderung dar. In manchen Branchen sind die ersten Firmen bereits in die Knie gegangen und hören auf. Neben Gastronomie, Landwirtschaft und Taxigewerbe ist auch die Zustellbranche betroffen.

Medienhäuser, deren Dienstleitung auch die Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern umfasst, haben die Aufgabe, den Mindestlohn zu stemmen – für die Branche eine jährliche Mehrbelastung in Millionenhöhe. Die Zustellung bis nach Hause ist aber ein exklusiver Service, den Leser über die Maßen schätzen. Das wollen Medienunternehmen auch künftig leisten. Wie das beim SÜDKURIER gelingen wird, sagt Rainer Wiesner, Geschäftsführer des SÜDKURIER Medienhauses im Gespräch mit Wirtschaftsredakteur Thomas Domjahn.

Mindestlohn im Medienhaus

Herr Wiesner, den Mindestlohn müssen viele Branchen stemmen, auch Medienhäuser. Was bedeutet diese Veränderung für den SÜDKURIER?

Selbstverständlich wollen wir auch in Zukunft sichere Arbeitsplätze und eine gute Entlohnung. Auf die Tageszeitungsbranche kommt durch den Mindestlohn allein in der Zeitungszustellung laut Erhebung des Bundesverbandes eine Mehrbelastung in Höhe von 225 Millionen Euro zu. Und das jährlich. Unternehmer und Verleger sind also gefordert, diese Kostenbelastung auszugleichen. Schaffen wir das nicht, heißt es nachher in einem möglichen Insolvenzfall: Missmanagement. Deshalb müssen verantwortungsbewusste Häuser rechtzeitig handeln.

Wie wollen Sie denn Arbeitsplatzsicherheit schaffen, wenn auf der anderen Seite die Kosten steigen?

Im SÜDKURIER Medienhaus steht die Arbeitsplatzsicherheit für unsere rund 640 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die rund 1600 Zustellerinnen und Zusteller im Vordergrund. Die Ausnahmeregelung für Zeitungsverlage bei der Einführung des Mindestlohns nehmen wir nicht in Anspruch. Wir wollen gute Verdienstmöglichkeiten auch in der Zustellung. Daher werden wir alles unternehmen, um über Kostenentlastungen und leichte Preisanpassungen für unser Unternehmen eine Gesamtsituation herzustellen, die für die Zukunft Arbeitsplatzsicherheit bietet.

Das bedeutet konkret?

Zunächst muss die Leistung stimmen und sie muss beim Leser ankommen – im doppelten Sinne. Wissen sie eigentlich, dass unsere Dienstleistung aus Redaktion, Druck und Zustellung günstiger ist als die reine Zustellung eines gleich schweren Produktes mit der Post? Auch in den ländlichen Regionen, soweit wirtschaftlich möglich, wollen wir eine flächendeckende Zeitungszustellung bis um 6 Uhr in der Früh sicherstellen. Eine hochexklusive Dienstleistung am Kunden, die außer uns als Zeitungsverlag niemand anderes beherrscht. Die tägliche Zustellung ist unmittelbare Voraussetzung dafür, dass die Zeitung unsere Leser erreichen und als nahezu konstitutives Element der Demokratie und unverzichtbare Klammer des regionalen Gemeinwesens ihre wichtige gesellschaftliche Aufgabe weiterhin erfüllen kann.

Sind Tageszeitungen in regionalen Gemeinwesen denn wirklich unverzichtbar? Es gibt doch auch Onlineangebote.

Die Tageszeitungen sind, und das wird bei aller Diskussion um Onlineangebote zu leicht vergessen, mit Abstand das glaubwürdigste Medium mit der höchsten Reichweite. An diesen Qualitätsmerkmalen kommen auch andere Medien nicht vorbei, so dass wir uns sicher sind, dass eine Welt ohne Tageszeitung auch niemand wirklich will. Denn machen wir uns klar: Demokratie beginnt immer im Lokalen und Regionalen. Hier und natürlich bundesweit ist unabhängige Presse unverzichtbar, wenn nicht alles im Dschungelcamp landen soll. Wir bedanken uns sehr bei allen Lesern und Leserinnen, dass sie den SÜDKURIER abonniert haben und versichern, auch in Zukunft höchste, vielfach ausgezeichnete journalistische Qualität zu bieten.