Auftakt zum neuen Klasse!-Projekt mit Minister Stoch und Chefredakteur Lutz

  • Kultusminister bei SÜDKURIER-Auftaktveranstaltung.
  • Medienbildung in Schulen wichtiger als je zuvor.
  • Realschüler löchern mit munteren Fragen.

„Ohne Medienkompetenz“, so Kultusminister Andreas Stoch vor Realschülern in Überlingen, „kommt heute niemand mehr zurecht in unserer Gesellschaft.“ Das ist der Grund, warum der Medienbildung im neuen Bildungsplan mehr Zeit eingeräumt wird. Das ist aber auch der Grund, warum Minister Stoch erneut Schirmherr des SÜDKURIER-Medienprojekts Klasse! ist. Denn das Projekt hat die gleichen Ziele: Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Medien zu vermitteln.

In seiner Funktion als Schirmherr kam Stoch in die Aula der Überlinger Realschule. Hier wurde der Startschuss für das Klasse!-Projekt gegeben. SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz ermunterte die Schulklassen zwischen Konstanz und Furtwangen, zwischen Rheinfelden und Friedrichshafen dazu, sich auch in diesem Schuljahr an dem Medienprojekt zu beteiligen: Er freue sich, sagte er bei der Auftaktveranstaltung, dass das Kultusministerium die Aktion wieder unterstützt. Gemeinsam mit der EnBW als Sponsor bilde man ein Trio, das die Schüler darin unterstützt, mit der Vielfalt an Medien und Meinungen zurecht zu kommen.

SÜDKURIER Klasse!-Projekt mit Kultusminister Andreas Stoch  (am Mikrofon), SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz und Anja Ebert von der EnBW

Und der Bedarf an Medienbildung sei groß: Seit 1997 bietet das Medienhaus aus Konstanz das Projekt an, jährlich beteiligten sich 8000 bis 10 000 Schüler in mehr als 450 Klassen daran. Insgesamt haben schon mehr als 182 000 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen. „Trotz der sehr vollen Lehrpläne“, wie Lutz anerkennend betonte.

„Die nachwachsende Generation liest heute so viel wie nie zuvor – aber auf vielen verschiedenen Geräten mit unterschiedlichen Quellen“. Neben diesem Lob ermunterte der Chefredakteur die Schüler, sich der „Herausforderung“ zu stellen, nämlich herauszufinden, „was wichtig und was unwichtig ist, vor allem aber, was richtig und was falsch ist“. Mit anderen Worten: sich Medienkompetenz anzueignen.

„In Deutschland gibt es ein hohes Maß an Qualität im Journalismus.“ Gerade als Minister dürfe er das feststellen, sagte Stoch, auch wenn ihm natürlich nicht immer alles gefalle, was über ihn geschrieben werde. Guter Journalismus lebe aber von der Vielfalt der Meinungen. Er wolle, dass sich die Menschen auch künftig auf die Medien stützen und ihnen vertrauen können. Zum Schutz der Demokratie sei es deshalb nötig, jungen Menschen den Zugang zu seriösen Medien aufzuzeigen.

Auch die EnBW als Unternehmen hat kein Interesse daran, nur unkritische Mitteilungen über sich zu lesen. Wie die Konzernsprecherin Anja Ebert sagte, „ist es wichtig, dass man kritisch begleitet wird“. Und weiter sagte sie: „Das Feedback von außen lassen wir tagtäglich in unsere Arbeit einfließen. Die Medien sind für uns ein neutraler, wichtiger Sparringspartner und Wegbegleiter.“ Auch aus dieser Erkenntnis heraus sei es der EnBW wichtig, Schülern Medienkompetenz zu vermitteln und Projekte wie Klasse! zu fördern.

Kinder zu kritischen und mündigen Menschen zu erziehen: Das ist das Anliegen der Realschule, wie Schulleiterin Karin Broszat sagte. „Mit Ihrem Projekt führen Sie unsere Schüler näher an die Medien heran. Die Schüler lernen zu beurteilen und können in der Masse der Informationen eine subjektive Kommentierung von einer objektiven Berichterstattung unterscheiden.“

Bei der Auftaktveranstaltung entwickelte sich schließlich eine muntere Diskussionsrunde – geleitet von den Zehntklässlern der Realschule mit Fragen zu Ministerium, Medienhaus und Schulpolitik. Wer entscheidet, was in der Zeitung steht? Wie sieht die Zukunft der Realschule aus? Journalismus, das lernten die Schüler an Ort und Stelle, beginnt damit, Fragen zu stellen.

Passend zur Auftaktveranstaltung zeigte eine Schülergruppe einen Auszug aus einem an der Realschule Überlingen komponierten und entwickelten Musical: „Netzwerk“ zeigt auf, wie in den jungen Leuten immer der Wunsch nach persönlicher Begegnung wach bleiben wird, sofern der Umgang mit Medien kompetent betrieben wird und man sich nicht restlos im Netz verliert.

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Weitere Infos zum Klasse!-Projekt des SÜDKURIER:

http://www.suedkurier.de/klasse/