SÜDKURIER-Medienhaus modernisiert Druckweiterverarbeitung

Ein ständiger Begleiter der Druckbranche ist der technische Wandel. Kaum ein anderer Bereich dürfte in den letzten 20 Jahren solch einen Technologiesprung genommen haben. Um auf dem aktuellen Stand der Zeitungsdrucktechnologie zu sein, investiert das SÜDKURIERMedienhaus in weltweit wirtschaftlich schwierigen Zeiten 30 Millionen Euro. Derzeit wird die Druckweiterverarbeitung modernisiert.

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Einstecken, Schneiden, Falzen, Zusammentragen, Sammelheften, Aufkleben, Adressieren, Paketieren, Folieren, Verpacken, Palettieren – die Aufgaben der Druckweiterverarbeitung im SÜDKURIER-Medienhaus sind vielschichtig und so wichtig wie das Drucken der Zeitung selbst. Es ist der letzte Fertigungsschritt für die Tageszeitung oder die Anzeigenblätter, bevor sie per Kurier das Haus verlassen.

Erst hier entsteht das komplette Produkt, so wie es schließlich beim Leser ankommt. Vorproduzierte Beilagen oder Werbeprospekte werden mittels modernster Technik in die Druckprodukte maschinell eingeführt und später zu handlichen und transportfähigen Paketen zusammengefasst.

Über 50 Computer und zahllose Sensoren überwachen jeden einzelnen Arbeitsschritt. „Die Anforderungen an eine moderne Zeitung steigen stetig. Mit der neuen Anlage können wir uns diesen stellen“, sagt der Leiter der Druckerei Konstanz, Michael Schäfer. Rund ein Drittel der 30 Millionen Euro, die das SÜDKURIER-Medienhaus in neue Produktionstechnik, Gebäude und Personalqualifikation investiert, landen in der Druckweiterverarbeitung.

Neben der Anzahl der gleichzeitig verarbeitbaren Beilagen, wird vor allem deren Vielfalt größer. Außer normalen Prospekten, rauschen künftig sogar CDs oder Kataloge via diverser Transportbänder in die Innenseiten der Druckprodukte. „Durch den technischen Fortschritt können wir außerdem noch genauer steuern, dass in jedem Druckerzeugnis auch wirklich die gewünschte Beilage enthalten ist“, erklärt Schäfer.

Tausende von kleinen gelben Klammern rauschen täglich im Versandraum in Konstanz über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg. Bis zu 90 000 Zeitungsexpemplare gelangen mit diesem modernen, etwa 1000 Meter langem Fördermechanismus stündlich von der 580 Tonnen schweren Rotationsdruckmaschine zur Druckweiterverarbeitung.

Monat für Monat werden auf diesem Wege insgesamt 10 Millionen Zeitungen und andere zeitungsähnliche Produkte durch das Gebäude transportiert. Damit beim Umbau von alter auf neuer Technik die Produktion nicht stillsteht, wurde im „laufenden Betrieb“ Stück für Stück mit der Modernisierung der zwei Jahrzehnte alten Druckereiweiterverarbeitungstechnik begonnen.

Insgesamt sind 20 Projektschritte nötig, die zeitversetzt durchgeführt werden. „Das ist eine große Herausforderung für alle Mitarbeiter, da bei einer Erneuerung immer mit technischen Schwierigkeiten zu rechnen ist“, verdeutlicht der Druckerei- Chef. In wenigen Monaten soll die Aktualisierung der Weiterverarbeitungslinien abgeschlossen sein.

An einem elektronischen Leitstand überwachen die Mitarbeiter des Hauses jeden einzelnen Schritt, etwa ob die SÜDKURIER-Wochenendbeilage auch richtig eingelegt wird. Dies geschieht unter anderem in der Einstecktrommel. „Darin wird die Zeitung in der Mitte aufgefaltet, die Beilagen eingelegt, und dann wieder zugefaltet“, erklärt Michael Bodammer, Abteilungsleiter der Druckweiterverarbeitung, das Verfahren vereinfacht.

Um die anspruchsvolle Technik im Griff zu haben, wurden und werden die Druckereiangestellten seit Wochen intensiv von der Herstellerfirma geschult. „Im Schnitt hat jeder Mitarbeiter rund acht Wochen Ausbildung an den einzelnen Geräten, natürlich im laufenden Betrieb, hinter sich“, verdeutlicht Bodammer.

War in der Vergangenheit im Konstanzer Druckzentrum nur der Ausbildungsberuf des Druckers bei der Herstellung von Printprodukten vertreten, so haben sich in Zeiten des technischen Wandels auch neue Berufsbilder wie Maschinen- und Anlagenführer oder Mechatroniker entwickelt. „Wir bilden alle diese Berufe aus und können daher jedes Jahr tolle Ausbildungsstellen in einem hochmodernen Umfeld anbieten“, verrät Druckerei- Chef Schäfer.

Weitere Informationen unter www.suedkurier.de/druckerei