Nachsorgeklinik Tannheim wird 20 Jahre alt

  • SÜDKURIER-Spendenaktion: Die Nachsorgeklinik Tannheim feiert 2017 ihr 20. Jubiläum. Was aus einer einzigartigen Idee wurde, bei deren Verwirklichung die SÜDKURIER-Leser maßgeblich mithelfen

Die Nachsorgeklinik Tannheim wurde am 14. November 1997 eröffnet. Hier werden Familien mit krebs-, herz- und mukoviszidosekranken Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene sowie verwaiste Familien kompetent betreut, begleitet und unterstützt. Für betroffene Familien ist Tannheim „eine Insel im Meer der Sorgen". Die SÜDKURIER-Leser spendeten in 20 Jahren über 7 Millionen Euro. In der vierwöchigen Reha schöpfen sie Kraft und Zuversicht, finden als Familie wieder zusammen – vor allem dank des einzigartigen Konzeptes der familienorientierten Nachsorge.

Die Nachsorgeklinik Tannheim ist in den letzten 20 Jahren Dank der Spenden der SÜDKURIER-Leser erheblich gewachsen. Luftbild: Götz

Voller Dankbarkeit blickt Geschäftsführer Roland Wehrle auf die vergangenen 20 Jahre zurück. „Am Anfang war es ein riesiges Solidaritätsprojekt, das nur durch das Engagement der Bürger realisiert werden konnte. Doch auch in der Zukunft werden wir auf die Bereitschaft der Öffentlichkeit zählen müssen", erklärt er. Die großzügige Hilfe der Bürger weiß Wehrle zu schätzen. „Auch die engagierten Leser des SÜDKURIER haben mit ihren Spenden den Bau ermöglicht und geholfen, die Klinik immer auf dem neuesten medizinischen Niveau zu halten", betont er. „Durch die kontinuierliche Berichterstattung des SÜDKURIER und die große Solidarität im Leserkreis werden wir in die Lage versetzt, schwerkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gut zu versorgen und in ganz schwierigen Situationen zu unterstützen", so der Geschäftsführer.

Auch eine Klinik, die seit 20 Jahren erfolgreich arbeitet und inzwischen mehr als 14 000 Patienten medizinisch und therapeutisch begleitet hat, ist auf Spenden angewiesen. „Die Pflegesätze sind bei einer hundertprozentigen Belegung nach wie vor nicht ausreichend, um die Klinik zu finanzieren", stellt Wehrle fest. Denn es gehe darum, nicht nur den laufenden Betrieb abzusichern, sondern auch in die Erneuerung der Medizintechnik und in die Anschaffung neuer Geräte zu investieren.

„Wir haben immer auf die Bedürfnisse der Patienten reagiert und auch das inhaltliche Konzept der Rehabilitation ständig weiterentwickelt", erläutert Wehrle. Im Mittelpunkt steht die interdisziplinäre familienorientierte Nachsorge. Denn bei schweren Erkrankungen sind nicht nur die Patienten selbst, sondern auch die ganzen Familien belastet. Am Anfang habe man viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, erinnert er sich. Heute sei mit dem neuen Flexirentengesetz, das 2017 in Kraft tritt, zum ersten Mal eine offizielle gesetzliche Grundlage für das Konzept geschaffen. „Endlich hat die familienorientierte Nachsorge eine rechtliche Anerkennung gefunden. Es zeigt, dass es wert ist, für so eine Idee zu kämpfen", sagt der Geschäftsführer.

Neben Familien mit chronisch kranken Kindern werden in Tannheim auch verwaiste Familien unterstützt. „Die meisten Eltern können den Tod ihres Kindes alleine nicht verkraften." Eines der großen Ziele sei es, Eltern ins Arbeitsleben und ins normale Lebensumfeld zurückzuführen, sie wieder psychisch und physisch aufzubauen. Denn Trauer könne auch Krankheiten mit gravierenden seelischen und körperlichen Syndromen auslösen.

"Auch in der Zukunft werden wir auf die Bereitschaft der Öffentlichkeit zählen müssen."
Roland Wehrle, Geschäftsführer der Nachsorgeklinik Tannheim, die 2017 zwanzig Jahre alt wird

In einem anderen neu aufgebauten Bereich, in der sogenannten Reha 27plus, wird in der Nachsorgeklinik Rehabilitation für Erwachsene angeboten. „Die Patienten werden zum Glück immer älter. Die Lebenserwartung bei Mukoviszidose hat sich inzwischen fast verdoppelt. Wir haben diese Entwicklung mit einem speziellen Behandlungskonzept aufgegriffen, denn wir wollten die Menschen nicht im Regen stehen lassen", erklärt er.

 SÜDKURIER hilft„Das große Glück ist, dass wir neben den vielen Spendern und Förderern auch engagierte tolle Mitarbeiter haben. Ob Ärzte, Therapeuten, Küchen- oder Reinigungspersonal – wir verstehen uns alle als eine große Gemeinschaft, in der jeder mithilft", unterstreicht Wehrle. Entscheidend für das Wohlbefinden der Patienten sei die Atmosphäre im Haus: Diese sei durch Farben, Licht, Kunst und Harmonie mit der Natur geprägt. „Die Bestätigung, dass wir alle gemeinsam das Richtige gemacht haben, bekommen wir jeden Tag von Familien und Patienten, die in der Reha Energie tanken, zu Kräften kommen und gestärkt werden, um die Herausforderungen des Alltags wieder meistern zu können", versichert Wehrle. „Ich möchte den SÜDKURIER-Lesern danken – für die Spenden und die Bereitschaft, dabeizubleiben. Sie haben sich auf diese Weise an der Erfolgsgeschichte von Tannheim beteiligt."

So spenden Sie

So spenden Sie Auch in diesem Jahr ruft der SÜDKURIER seine Leser zu Spenden für die Nachsorgeklinik Tannheim auf. Dabei geht es um bauliche Maßnahmen zum Brandschutz, um ein Türschließsystem, die Kühlung für den Speisesaal und einen Menüplaner und um die Anschaffung medizinischer Diagnostikgeräte für Langzeit-Blutdruck, Langzeit-EKG, Body-Lungenfunktion und Spiroergometrie.

Spenden unter Stichwort „Tannheim" bei

Sparkasse Schwarzwald-Baar
Konto: 10550011, Bankleitzahl 694 500 65
IBAN: DE17 6945 0065 0010 5500 11, SWIFT-BIC.: SOLADES1VSS.

Eine Spendenbescheinigung wird für Spenden ab 100 Euro ausgestellt. Unterhalb dieses Betrages reicht beim Finanzamt die Vorlage des Kontoauszuges.

 

Download SÜDKURIER-Sonderseite (PDF, 5 MB)